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Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche
Geschrieben von Jürgen Gräbel ( 2322521 ), 2009-12-29

Unsere Welt wird immer schnelllebiger.
Jeden Tag überfluten uns Informationen aus den verschiedensten Kanälen. Es kommen kaum noch normale Briefe mit der Post, sondern vieles läuft inzwischen über E-Mails, die natürlich, am besten, sofort beantwortet werden müssen.

So hat sich ein neuer Begriff in die deutsche Sprache eingenistet. Es ist jetzt schick, multitasking-fähig zu sein. Dieses fürchterliche Wort kommt aus der Computerindustrie und bedeutet, dass verschiedene Tätigkeiten (Tasks), angeblich, gleichzeitig ausgeführt werden können. Aber geht das überhaupt, oder führt das in eine unheilvolle Welt?

Schauen wir zunächst einmal auf die Technik.

Die modernen Computer, die anscheinend multitasking-fähig sind, sind es in Wirklichkeit gar nicht. Sie verarbeiten ihre aufgetragenen Befehle auch immer schön nacheinander.
Man merkt das nur nicht, weil das in Sekundenschnelle abläuft. Aber dennoch, immer  nacheinander und nicht gleichzeitig. Durch den Einbau von mehreren Prozessoren, geht das wirklich, in kaum merkbaren, Sekundenbruchteilen.
Es sei denn, man hat ihm so viele oder so komplexe Aufgaben gestellt, dass auch bei ihm eine Verlangsamung eintritt. Man sagt dann auch schon einmal, das Programm geht in die Knie. Ach wie menschlich.

Aber wie verhält es sich bei uns Menschen?

Gibt es wirklich Persönlichkeiten, die multitasking-fähig sind? Leute, die viele oder, zumindest, mehrere Tätigkeiten gleichzeitig erledigen können?
Ich denke nicht grundsächlich. So gibt es sicherlich Tätigkeiten, die gleichzeitig erledigt werden können. So können wir essen und fernsehen, laufen und radio- oder walkman-hören, auf dem Heimtrainer in die Pedalen treten und gleichzeitig reden, singen oder lesen.

Bei trivialen Tätigkeiten geht das

Solche banalen Tätigkeiten sind sicherlich möglich. Aber haben Sie schon einmal einen hochwertigen Artikel aufmerksam gelesen und gleichzeitig über einen anderen Sachverhalt gesprochen? Oder können Sie eine schwierige mathematische Aufgabe lösen und gleichzeitig ein Gedicht aufsagen?

Nacheinander möglicherweise schon, jedoch gleichzeitig?
Und es kommt noch etwas dazu. Wenn wir Menschen im Laufe unserer Arbeitszeit sehr häufig zwischen verschiedenen Arbeitsabläufen hin und her wechseln, ermüden wir nicht nur, sondern wir verlieren auch sehr viel Zeit.

Störungen kosten enorm viel Geld

Immer dann, wenn wir von einer kognitiven Aufgabe zu einer anderen wechseln, müssen wir uns in den neuen Sachverhalt hineindenken, bevor wir beginnen können, konzentriert daran zu arbeiten. Das ist auch nötig, wenn wir zu einer Aufgabe zurückkehren, bei der wir zuvor unterbrochen wurden.
Arbeitspsychologen haben herausgefunden, dass auf diese Weise zwischen 25 und 40 Prozent der Arbeitszeit vergeudet werden. Das bedeutet natürlich einen gewaltigen Produktivitätsverlust.

Hier kommt die Lösung

Dem können Sie natürlich vorbeugen, in dem Sie regelmäßig für störungsfreie Zeiten sorgen, in denen Sie ohne Unterbrechungen arbeiten können. In jedem Beruf gibt es Zeiten, wo das möglich ist. Am sinnvollsten ist das natürlich für viele, das in die Morgenstunden zu legen, bevor sich Kunden- oder Mitarbeiterkontakte häufen.
Erledigen Sie also möglichst morgens, Ihre wesentlichen Aufgaben nacheinander, und lassen Sie sich danach Freiräume für kleinere, routinemäßige Aufgabenblöcke, bei denen Sie ruhig gestört werden können. Und vor allen Dingen, nehmen Sie sich nicht zu viel vor. Es belastet Sie die Arbeit, die Sie nicht schaffen und nicht die, welche Sie zufriedenstellend erledigt haben.
So können Sie es erreichen, dass Sie abends mehr geschafft haben und nicht nur geschafft sind.

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