In meinen Seminaren zur ganzheitlichen Lebensgestaltung, wird auch immer das Thema gelebte Bescheidenheit diskutiert. Dabei hatte ich vor einigen Monaten eine interessante Beobachtung. Einer meiner Seminarteilnehmer hielt, allen Anwesenden, einen ellenlangen Vortrag über dieses Thema. Er bemängelte in allen Einzelheiten, die, aus seiner Sicht, maßlosen Forderungen seiner Mitarbeiter und das allgemein überzogene Anspruchsdenken, in unserer Gesellschaft.
Er meinte zudem, wir alle sollten doch in unserem Leben mehr Bescheidenheit walten lassen.
Nach Beendigung des Seminars stieg er dann in seinen, aufwändig ausgestatteten, Edel-Geländewagen, der Firma Porsche und brauste mit Vollgas davon.
Wie passen dieses Reden und das persönliche Handeln zusammen?
Doch was ist in der heutigen Zeit Bescheidenheit?
Ist es der Verzicht auf Konsumgüter, die man sich, aus finanziellen oder anderen Gründen, nicht leisten kann?
Ist ein solches „Schöndenken“ nicht in Wirklichkeit die Kaschierung eines Mangels, um mit den aufkommenden Gefühlen klar zu kommen?
Spielt hier vielleicht auch Neid eine Rolle? Neid auf den Lebensstandard eines Anderen?
Wie oft ist zu beobachten, dass Menschen sich Dinge kaufen, die sie nicht benötigen. Sie geben dafür Geld aus, das sie dringend für andere Lebensbereiche benötigen würden, nur um Leuten zu imponieren, die sie nicht mögen. Welch ein Irrsinn!
Was ist positive Bescheidenheit?
Doch wie sieht der positive Aspekt der Bescheidenheit aus, die sehr wohl eine Quelle für positive Gefühle ist, die allgemein als Tugend bezeichnet wird?
Meines Erachtens bedeutet echte Bescheidenheit, den bewussten Verzicht auf Güter oder Dienstleistungen, die man sich zwar leisten kann, die jedoch einen in der persönlichen Entwicklung nicht wirklich weiterbringen.
Eine solche Bescheidenheit tritt erst dann ein, wenn man alle seine Möglichkeiten ausschöpfen und sich alle seine Wünsche erfüllen könnte und bewusst darauf verzichtet.
Wer aus diesem Status heraus bewusst „Nein“ sagen kann, der ist frei.
Er entdeckt ein Gefühl, von dem uns in den Medien oder in der Werbung eingeredet wird, man bekomme es einzig und allein, wenn man bestimmte Konsumtrends mitmacht.
Doch nur der Bescheidene kann wirklich frei sein. Das ist das Provokante an seiner Existenz. Der Bescheide ist kein Asket, der anderen, durch leidvollen Verzicht, ein moralisches Vorbild geben will. Er konzentriert sich auf das, was er für sein Leben als wichtig erachtet.
Und wenn es für alle anderen unwichtig ist – umso besser. Er ist die radikalste Infragestellung eines Zeitgeistes, dessen Währung die Aufmerksamkeit ist. Wer hier nicht mitmacht, muss ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein haben.
Dieses Selbstbewusstsein zu entwickeln bzw. zu stärken ist unter anderem Gegenstand der "erfolg-reiches Leben Coachingbriefe". Fordern Sie das kostenlose Kennenlern-Angebot, zusammen mit dem Erfolgszitate-Newsletter oben rechts auf der Seite an.